IT-Referenzen - Nextcloud, Jitsi, Proxmox und Ceph aus der Praxis
Die bisher größten und interessantesten Erfahrungen aus der Praxis finden Sie hier.
Jitsi Meet
Eigene Videokonferenz-Plattform für eine Bildungseinrichtung. Neue Dozenten erhalten automatisch Moderator-Rechte, ausscheidende verlieren sie - ohne manuellen Eingriff.
Ausgangssituation
Eine Bildungseinrichtung benötigte eine selbst gehostete Videokonferenz-Lösung für tägliche Online-Lehrveranstaltungen. Die Anforderung war vollständige Datensouveränität auf eigener Infrastruktur. Neben der reinen Kapazität war entscheidend: Die Moderator-Berechtigung für Lehrende muss dem Benutzer-Lebenszyklus an der Einrichtung folgen - neue Dozenten erhalten automatisch Rechte, ausscheidende verlieren sie ohne manuellen Eingriff.
Herausforderung
Die Moderator-Verwaltung musste den Semester-Turnus und die hohe Personalfluktuation abbilden: Neue Lehrende müssen ab dem ersten Tag Konferenzräume eröffnen und moderieren können, ausscheidende dürfen dies nicht mehr. Diese Rechte müssen automatisch dem Identity Lifecycle folgen - ohne manuelle Pflege von Berechtigungslisten. Gleichzeitig sollen Studierende und externe Teilnehmer per Link beitreten können - ohne Installation, ohne eigenen Account.
Lösung
Jitsi Meet auf einem dedizierten Bare-Metal-Server - keine VM, sondern eigene Hardware ausschließlich für Videokonferenzen. Optimierte Netzwerk-Performance (Receive Side Scaling, IRQ-Affinität) mit Kapazität für über 2.000 gleichzeitige Verbindungen. LDAP-Authentifizierung gegen den Domain Controller für automatisiertes Moderator-Provisioning: Wer im Active Directory als Lehrender geführt wird, erhält Moderator-Rechte. Bei Personalwechsel zum neuen Semester greift das Deprovisioning automatisch. Teilnehmer treten per Link bei - ohne Installation, ohne Account.
Ergebnis
Ca. 300 Nutzer arbeiten regelmäßig gleichzeitig mit der Plattform - verteilt auf mehrere parallele Konferenzräume. Der dedizierte Bare-Metal-Server ist dabei minimal ausgelastet und bietet Kapazität für weiteres Wachstum. Die Moderator-Verwaltung folgt vollautomatisch dem Benutzer-Lebenszyklus: Neue Dozenten sind ab dem ersten Tag arbeitsfähig, ausscheidende verlieren ihre Rechte ohne Verzögerung. Vollständig selbst gehostet, vollständig unter eigener Kontrolle.
Ceph-Recovery
Wiederherstellung nach fehlgeschlagenem Versionssprung über ca. 15 Proxmox-Cluster - kein Datenverlust
Ausgangssituation
Ca. 15 Proxmox-Cluster mit Ceph als verteiltem Storage-Backend und weit über 100 OSDs im Gesamtbestand. Die Ceph-Version war über mehrere Jahre nicht aktualisiert worden. Bei einem fehlerhaften Upgrade wurden drei Major-Versionen auf einmal übersprungen - Ceph unterstützt offiziell jedoch nur Upgrades von den letzten zwei stabilen Releases.
Herausforderung
Nach dem Versionssprung starteten OSDs clusterübergreifend nicht mehr korrekt. Massenhaftes OSD-Flapping über den gesamten Bestand, Placement Groups in degraded und peering statt active+clean. Ein Abriss und Neuaufbau der Cluster wäre möglich gewesen - der Großteil der VMs war korrekt in den Backups konfiguriert. Drei VMs mit geschäftskritischen Daten waren jedoch nicht ordnungsgemäß im Backup eingerichtet. Deren aktueller Datenstand existierte ausschließlich auf den defekten Ceph-Clustern. Ein Neuaufbau ohne vorherige Sicherung dieser VMs war daher keine Option.
Lösung
Zunächst mussten die betroffenen Cluster wieder in einen funktionsfähigen Zustand gebracht werden - über einen Zeitraum von zwei Wochen, einschließlich Nachtschichten. Manuelle Korrektur der OSD-Konfigurationen über weit mehr als 100 OSDs, Unterbindung des Flappings, schrittweises Recovery der Placement Groups bis zum Erreichen von HEALTH_OK und active+clean über den gesamten Bestand. Erst nach vollständiger Stabilisierung konnten die drei ungesicherten VMs exportiert und gesichert werden. Anschließend Neuaufbau der Cluster mit einer überarbeiteten Struktur.
Ergebnis
Alle Daten vollständig gerettet - einschließlich der drei VMs ohne funktionierende Backups. Ca. 15 Cluster im regulären Betrieb auf einer aktuellen, unterstützten Ceph-Version. Neue Clusterstruktur im Einsatz.
Nextcloud
Eigene Cloud für 3.000 Anwender. Neue Studierende erhalten automatisch Zugang, ausscheidende verlieren ihn - ohne manuellen Eingriff. Alle Daten auf eigenen Servern.
Ausgangssituation
Eine Bildungseinrichtung benötigte eine zentrale Plattform für Dateiaustausch und Zusammenarbeit - ausgelegt auf bis zu 3.000 gleichzeitig aktive Anwender. Die besondere Herausforderung: Durch Immatrikulation, Exmatrikulation, Studiengang- und Kurswechsel sowie semesterweise wechselnde Lehrveranstaltungszuordnungen ändert sich die Nutzerbasis kontinuierlich. Neue Studierende und Lehrende müssen automatisch Zugang erhalten, ausscheidende ebenso automatisch verlieren - ohne manuellen Eingriff. Dazu vollständige Datensouveränität auf eigener Infrastruktur.
Herausforderung
Bis zu 3.000 Anwender arbeiten gleichzeitig auf der Plattform. Die hohe semesterweise Fluktuation - Immatrikulation, Exmatrikulation, Studiengangwechsel - erzeugt einen permanenten Strom an Benutzeränderungen. Jede dieser Änderungen muss sich vollautomatisch in der Plattform widerspiegeln: neue Accounts, entzogene Zugänge, geänderte Gruppenzugehörigkeiten. Gruppenordner müssen die Organisationsstruktur der Einrichtung abbilden - Studiengänge, Kurse, Lehrveranstaltungen - und sich bei Umstrukturierungen automatisch anpassen.
Lösung
Deployment einer Nextcloud-Instanz mit LDAP/LDAPS-Anbindung an den Active Directory Domain Controller - primär für automatisiertes User-Provisioning und Deprovisioning entlang des gesamten Benutzer-Lebenszyklus. Aufbau einer Gruppenordner-Architektur, die Studiengänge, Kurse und Lehrveranstaltungen abbildet und Berechtigungen automatisch aus den AD-Gruppen übernimmt. Bei Immatrikulation, Exmatrikulation oder Kurswechsel greifen die Änderungen ohne manuellen Eingriff. Optimierung der PHP- und Datenbank-Konfiguration für zuverlässige Leistung bei bis zu 3.000 gleichzeitigen Anwendern.
Ergebnis
Bis zu 3.000 Anwender arbeiten täglich gleichzeitig mit der Plattform. Das Identity-Lifecycle-Management läuft vollautomatisch: Neue Studierende und Lehrende erhalten bei Immatrikulation bzw. Einstellung sofort Zugang zu den relevanten Gruppenordnern. Bei Exmatrikulation oder Ausscheiden wird der Zugriff automatisch entzogen. Studiengang- und Kurswechsel spiegeln sich ohne Verzögerung in den Berechtigungen wider. Die Daten verlassen zu keinem Zeitpunkt die eigene Infrastruktur.
HAProxy + Keepalived
Hochverfügbarer Load Balancer im aktiv-passiven Failover-Cluster für ca. 35 Backend-VMs
Ausgangssituation
Eine Bildungseinrichtung betreibt einen Proxmox-Cluster mit ca. 35 virtuellen Maschinen. Jede VM stellt eine eigene Open-Source-Anwendung bereit - ausgelegt auf bis zu 2.000 Nutzer. Der Domain Controller (Active Directory) befindet sich in einem separaten Netzwerksegment, das von den übrigen Netzen nicht direkt erreichbar ist. Der Cluster benötigte einen zentralen Einstiegspunkt, der eingehende Anfragen intelligent auf die Backends verteilt und gleichzeitig als einziger autorisierter Zugangspunkt zum Domain Controller fungiert.
Herausforderung
Ca. 35 Backends mit jeweils unterschiedlichen Anwendungen bedeuten: individuelle Health Checks pro Backend, ACL-basiertes Routing für die Zuordnung von Anfragen, SSL/TLS-Termination an einem zentralen Punkt mit Wildcard- und individuellen Zertifikaten sowie die Notwendigkeit, den Load Balancer selbst hochverfügbar zu machen. Zusätzlich musste der Zugang zum isolierten Domain Controller über Layer-4-Proxying (mode tcp) abgebildet werden - der HAProxy ist die einzige Komponente mit Netzzugang zu diesem Segment.
Lösung
Zwei HAProxy-Server im aktiv-passiven Failover mit Keepalived-VIP und Sub-Sekunden-Failover. Getrennte Frontends für HTTP (Redirect auf HTTPS) und HTTPS mit SSL/TLS-Termination (SSL Offloading). Zertifikatsverwaltung über crt-list mit Wildcard- und individuellen Zertifikaten pro Backend, automatischer Aktualitätsprüfung und hitless reload für Zertifikatsrotation ohne Verbindungsabbruch. Webanwendungen werden im mode http (Layer 7) mit ACL-basiertem Routing an die richtigen Backends weitergeleitet. Der Domain Controller wird im mode tcp (Layer 4) angebunden - der HAProxy ist der einzige autorisierte Zugangspunkt zu diesem Netzwerksegment. Individuelle Health Checks überwachen jedes Backend separat.
Ergebnis
Ca. 35 Backends im Proxmox-Cluster werden über zwei hochverfügbare HAProxy-Server angesprochen. Bis zu 2.000 Nutzer greifen täglich auf die verschiedenen Anwendungen zu. SSL/TLS-Termination entlastet alle Backends. Der Domain Controller ist ausschließlich über den HAProxy erreichbar - kein anderes System hat direkten Zugang. Wartungsarbeiten ohne Downtime durch Health Checks und Keepalived-Failover. Zertifikatsrotation erfolgt per hitless reload ohne Verbindungsabbruch.
IT-Infrastruktur Gastronomie
Komplette IT-Modernisierung für einen Landgasthof. Stabiles WLAN überall, sicher getrennte Netzwerke für Kasse, Gäste und Firma - ohne einen Tag Ausfall.
Ausgangssituation
Ein Landgasthof an schleswig-holsteinischen Seen mit mehreren Gebäuden, Apartments und weitläufigem Außengelände betrieb seine IT auf einer lizenzpflichtigen, proprietären Virtualisierungsumgebung. Die bestehende Netzwerkstruktur war unzureichend segmentiert.
Herausforderung
Umstieg von der proprietären Virtualisierung auf Proxmox bei laufendem Betrieb - der Gasthof läuft 365 Tage im Jahr. Gleichzeitig die Netzwerkinfrastruktur modernisieren und korrekt segmentieren: Kassennetzwerk (POS), Gäste-WLAN über alle Gebäude und Apartments, Firmennetzwerk, Veranstaltungsnetzwerk und Küchenanbindung. Flächendeckendes WLAN über mehrere verteilte Gebäude und Freiflächen.
Lösung
Zero-Downtime-Migration von der proprietären Virtualisierung auf Proxmox. Neuaufbau der Netzwerkstruktur mit strikter VLAN-Segmentierung: Kassennetzwerk (POS), Gäste-WLAN, Firmennetzwerk, Veranstaltungsnetzwerk und Küchenanbindung - logisch vollständig voneinander getrennt. Flächendeckendes WLAN über alle Gebäude und Freiflächen. Automatisierte Backups mit Retention-Policies. Anbindung der Branchensoftware für Ferienvermietung.
Ergebnis
Erfolgreicher Umstieg von proprietärer Virtualisierung auf Proxmox - ohne einen einzigen Tag Ausfall. Fünf sauber getrennte Netzwerksegmente. Flächendeckendes WLAN in allen Gebäuden und auf dem Gelände. Keine Lizenzkosten mehr für die Virtualisierung.
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